Kunst… muss man das studieren?

Heute teile ich einen Ausschnitt aus einer kürzlich von mir verfassten E-Mail-Antwort mit Euch. Sie ging an eine junge Künstlerin, die mich nach meinen Gedanken zum Thema Kunst studieren oder nicht? fragte. Dieses Thema taucht immer wieder auf, auch in meiner Ausbildung für Heilsames Intuitives Malen.

Muss man Kunst studieren, um von Beruf Künstler zu sein?
Wo und wie lerne ich am besten, meine Kunst zu leben?
Ist Kunst mehr als nur Handwerk – und wenn ja: WAS? 

Hier nun ein Ausschnitt aus meinen Gedanken dazu. Ich könnte wahrscheinlich noch viel mehr dazu schreiben, wollte es jedoch gern auf den Punkt bringen… 😉
Ich freue mich wie immer über Eure Kommentare! Viel Freude beim Lesen! 🙂

“…Mein persönlicher Weg führte über die Kunsthochschule, weil ich dachte, dass ich Kunst studieren MUSS, um dies beruflich zu machen. Wenn ich jedoch zurückblicke, entfaltete sich meine wirklich authentische Herzenskunst erst NACH dem Studium in mir und meinem Leben.
Das Studium an sich empfand ich eher als hemmend, was meinen ureigenen Ausdruck betraf. Ich habe dort Handwerkszeug gelernt, verschiedene Drucktechniken, Grafik-Design, Einiges über Bildkomposition…
Doch das, was meine Bilder wirklich auszeichnet, habe ich ganz tief aus mir heraus “geboren”.

Ich glaube, DAS, was wirklich in der Kunst zählt, was ihr Tiefe, Kraft und die Fähigkeit, Herzen zu berühren, verleiht, lernt man auf keiner Schule.
Dieses Wunder in der Kunst wächst in den vielen Stunden, in denen wir malen, daraus lernen, uns verbessern, unser Handwerk optimieren, in dem wir beobachten, was gut funktioniert und was nicht.

Wenn Kunst echt ist, wenn sie aus unser tiefsten ureigenen Schöpfermacht kommt, braucht sie nichts anderes als Raum, um sich frei zu entfalten. In ihr liegt bereits alle Weisheit und Schönheit und Größe. Das Geheimnis besteht darin, sich in dieses Entfalten nicht einzumischen.
Kunstschulen mischen sich leider viel zu oft ein und damit entstehen in Künstlern Blockaden sowie eine Entfremdung von der eigenen Kunst und Wahrnehmung derselben.

Klar, es gibt auch die Ebene, auf der Handwerk erlernt werden kann, auf der Fähigkeiten verfeinert und erweitert werden können; hierfür brauchen wir jedoch nicht unbedingt eine Schule. Hierfür brauchen wir Impulse. Und diese müssen auch nicht alle von denselben Lehrern kommen, sondern immer mal wieder von Menschen, die uns in bestimmten Bereichen inspirieren. Das kann jemand sein, der von Kunst „überhaupt keine Ahnung” hat, der aber eine entscheidende Bemerkung macht und uns damit völlig neue Räume eröffnet.

Ich habe am meisten von den Menschen gelernt, die meine Kunst mit offenen Augen und Herzen betrachtet haben. Sie haben mir gezeigt, was alles möglich ist, wenn ich mich ganz in meine Bilder hineingebe – und dies habe ich dann immer wieder getan. Dabei haben sich ganz nebenbei meine handwerklichen Fähigkeiten immer weiter verfeinert und erweitert. Das Handwerk wächst also nebenbei, wenn wir mit Hingabe unsere Kunst fließen lassen. Ganz natürlich.

Mein Rat – wenn ich es auf den Punkt bringe – ist also: Suche Dir etwas, was Du tun kannst, was Dir Freude macht und was “Deine Brötchen bezahlt” und dann schau, dass Du so viel Zeit wie möglich hast, um Deine Kunst zu leben, zu erweitern und zu teilen. Es kommt nicht darauf an, WAS Du lernst oder beruflich tust, sondern darauf, dass Du mit allem was Du bist und so intensiv wie nur möglich Deine Kunst lebst.

Jetzt ist die Zeit, in der neue Berufe entstehen. Viele der alten Berufe haben ausgedient. Jetzt ist es Zeit, dass jeder seinen ganz eigenen Beruf kreiert.
Wenn Du Anstreicher lernst, wirst Du vielleicht der erste Anstreicher, der Liebe in die Farben mischt und damit Räume aufwertet oder der Räume mit liebevollen Ornamenten oder Bildern nährt.
Oder Du wirst Bäckerin und erschaffst in Deiner freien Zeit die schönsten Bilder, die Du erschaffen kannst.
Oder Du wirst Kindergärtnerin und malst mit den Kindern und am Abend Deine eigenen Kunstwerke…

WIR erschaffen unser Leben.
Und wenn Du so einen starken Herzenswunsch hast, kann das Leben gar nicht anders, als Dich zu unterstützen, denn DU BEREICHERST ES.”

11. Juli 2019

Posted In: Rückblicke & Einblicke

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5 Gedanken zum Artikel "Kunst… muss man das studieren?"

  • Martina Schneidenbach sagt:

    Danke liebe Ulrike für diese wundervoll berührenden Worte. Ich lese sie immer wieder und sie tauchen tief in meine Seele ein. Ich habe Kunst nicht studiert. Meine ersten künstlerischen Gehversuche unternahm ich mit dir…deinen Videos, Anleitungen und Bildern. Und seitdem kann ich nicht mehr aufhören, zu malen. Meine Bilder haben sich verändert, meine Figuren sind lebendiger geworden in den letzten 2 Jahren. Und ich lerne jeden Tag aufs neue durch Beobachten, Malen, Zeichnen und freue mich daran, wenn andere meine Begeisterung teilen. Deine Worte und Bilder bestärken mich immer wieder und zeigen mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. DANKE!!!😊😊😊

  • Kerstin sagt:

    Liebe Ulrike, ich verfolge Dich schon seit einiger Zeit und das was Du machst, berührt meine Seele. Nur deshalb bin ich an Dir „ kleben“ geblieben ❣️
    Ich wusste nicht, ob Du studiert hast oder nicht. Es interessierte mich auch null.

    Meine Leidenschaft ist ebenfalls die Malerei (schon mein Leben lang). Doch an ein Studium war nicht zu denken. Das meiste was ich heute kann, habe ich mir selber angeeignet. Das was mich nach vorn brachte, war genau das, was du beschrieben hast. Begegnungen mit Menschen, Erlebnisse, Inspiration von anderen Künstlern (so auch Du) und vieles mehr. Viele Jahre trauerte ich dem nach, dass ich nicht studieren konnte. Doch irgendwann wurde mir klar, dass mich das höchstwahrscheinlich vom Weg abgebracht hätte. Heute kommen die Leute zu mir, weil sie das, was ich mache, gut finden. Doch es gibt auch diese Menschen, die es nicht gut heißen, weil kein Studium vorliegt.
    Das finde ich merkwürdig…. akzeptiere es aber.
    Je spektakulärer die Vita, desto wertvoller das Bild. Wo bleibt das Interesse an dem Beweggrund des Künstlers ?

    Die Malerei ist ein Sprachrohr der Seele.

    Danke für deine ehrlichen Worte.

  • Nicole Maass sagt:

    Einfach nur wow. Ich danke dir für deine Worte. Sie haben mich sehr berührt und bestärkt, indem was ich tue.

  • Schurm sagt:

    Liebe Ulrike ich finde den Bericht sehr passend gerade, da ich gerade dort stehe über das was du schreibst, ja ich bin keine studierte sondern eine die aus dem Herzen herraus handelt und entstehen lässt. Ich weiß jetzt wie ich weitermachen werde und wünsche mir von Herzen auf der Welle weiter zu reiten 👌🏼😌 🌊🏄‍♀️ glg Veronika

  • Konstanze sagt:

    Danke liebe Ulrike, diese Worte tun so gut zu lesen. Ich bin gerade sprachlos, es berührt mich so sehr. Aus ganzem Herzen DANKE

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