Wie alles begann

Diesen Sommer feiere ich mein Zehnjähriges! ♥
Seit dem 1. Juni 2004 bin ich freiberufliche Künstlerin. DAS war der Tag, an dem ich ganz offiziell begann, meine Brötchen mit dem zu verdienen, was ich am liebsten tue. Seitdem bin ich einen sehr bereichernden und auch intensiven Weg gegangen.

Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern, an dem ich mein allererstes Bild verkaufte. Das war noch vor meiner Selbständigkeit. Damals war ich nur am Malen. Ganz für mich allein. Ich habe mir nicht vorgenommen, ab sofort Geld mit meiner Kunst zu verdienen. Alles, was ich wollte, war Malen. Und das tat ich. Von morgens bis abends. Jeden Tag.
Ulrike, die mich bis heute auf diesem Weg unterstützt und begleitet hat, lockte mich damals aus meiner Mal-Höhle in die Welt hinaus und brachte damit alles ins Rollen. Sie stellte mich einer Bekannten vor, die uns ganz interessiert zu sich nach Hause einlud, um sich meine Mappe mit „Traumwelten-Aquarellen“ anzuschauen. Diese offenherzige Gastgeberin fand sofort ein Bild, dass sie gern erwerben wollte. Als sie mich nach dem Preis des Bildes fragte, war ich total überrumpelt. Ich hatte keine Ahnung! Also sagte ich spontan: „Fünfzig Euro.“ Mensch, wenn ich heute darüber nachdenke, muss ich schmunzeln, doch es war ein Anfang. Mein Anfang. Damals war ich so glücklich über diesen ersten Bilder-Verkauf und die fünfzig Euro in meiner Hand, dass ich begeistert sagte: „Klasse! Jetzt kann ich etwas zu essen kaufen. Ich bekomme nämlich morgen Besuch von Freunden, für die ich gern etwas kochen will!“ Ich weiß nicht, wie das bei der Bild-Käuferin ankam (ist ja auch egal), doch ich war selig!

Hier seht Ihr ein Foto von dem Bild. Es ist eins meiner ersten Aquarelle. Das war die Zeit, in der ich mich mit den Aquarellfarben und dieser wunderbaren Maltechnik vertraut machte. Diese Farben sind heute meine treuesten Begleiter und erfüllen fast jede Illustration, die ich zeichne, mit Leben.

Intuitive Aqaurellmalerei

Die Käuferin meines Bildes war auch die erste in einer Reihe von Eltern, die mich fragten, ob ich Interesse hätte, ihren Kindern Musikunterricht zu geben. Und so begann meine künstlerisch-kreative Arbeit mit den Menschen: Klavier- und Gitarrenunterricht, ganz zwanglos, für Kinder und Jugendliche, ohne Notenlesen und Druck, sondern mit viel Freude.

Ich zog von der großen Stadt Leipzig in das kleine, gemütliche Grimma, und es sprach sich herum, was ich so tat. Schon bald gab ich Kinder-Mal-Kurse an einer Grundschule und Abendkurse für Erwachsene an der Volkshochschule. Als der erste Kurs an der Volkshochschule abgeschlossen war, kam kein zweiter zustande. Es gab zu wenig Anmeldungen. Daher fragten mich die Teilnehmer, die mich bereits aus dem ersten Abendkurs kannten, ob ich nicht Lust hätte, irgendwo anders weiterhin Malkurse zu geben. Also verlegte ich die wöchentlichen Abend-Mal-Workshops in unsere damalige Küche. Da passten locker acht Erwachsene an unseren Esstisch – und manchmal auch fünfzehn malbegeisterte Kinder! Es war eng, aber es war gemütlich. Und es war ein sehr lebendiger Start in meine Workshop-Zeit!

Meine ersten Auftragswerke waren Wandbilder, die ich für unseren Vermieter malte. Er liebt es, seine Häuser kreativ zu gestalten. So malte ich riesige Sonnen an Hausflurdecken, Figuren und florale Elemente in die Eingangsbereiche, und ich restaurierte auch ein paar mal alte Wand- und Deckenmalereien. Es war eine spannende Zeit. Ich machte alles mögliche: ich lackierte Türen, malerte Wände, vermittelte auf kreative Weise Erwachsenen die englische Sprache und bot musikalische Früherziehung in Kindergärten und Bodypercussion für Erwachsene an. Aus dieser Vielfalt heraus, offenbarte sich immer mehr das, was nun das Wesen meiner Arbeit ist.

Ich möchte auf nichts verzichten, was ich auf diesem Weg erlebt und gelernt habe. Das Leben steckt voller Überraschungen und Wunder. Oh ja… (Kurze Pause für einen tiefen Seufzer…)

Auch mein Kunst-Shop wuchs über die Jahre zu einem prächtigen Werk heran.
Alles begann mit meinem Bauchladen. Das war ein hölzerner Koffer, den ich aufklappen und mir umhängen konnte, um darin meine allerersten Postkarten und kleine Bildergeschichten in Streichholzschachteln zu verkaufen. So stand ich vor einem Jahrzehnt auf Mittelaltermärkten und bot meine kleinen Kunstwerke an. Manche Menschen kamen neugierig zu meinem Bauchladen gelaufen, um hineinzuschauen und etwas zu kaufen, andere beäugten mich misstrauisch aus der Ferne. Diese Marktausflüge waren damals sehr spannend für mich. Abends tat mir zwar alles weh, doch ich habe so viele nette Menschen getroffen, die mir offenherzig begegneten und von meinen Bildern begeistert waren. Ich baute weitere kleine Bilderbücher, die ich in Streichholzschachteln verpackte, und andere niedliche Sachen zum Füllen meines Bauchladens.
Zu dieser Zeit kannten noch nicht viele Menschen meine Werke, und ich hatte weder eine Website noch einen Online-Shop. Daher war ich auf mündliche Empfehlungen angewiesen und immer sehr erfreut, wenn ich einen Anruf von irgendwo aus der Ferne bekam und jemand etwas bei mir bestellen wollte, weil er etwas aus meinem Bauchladen von einem Freund geschenkt bekommen hatte.

Es dauerte nicht lange, da entstand meine erste Website. Ein paar Jahre später folgte die zweite und damit auch mein erster Online-Shop. Und nun gibt es Website 3.0 und einen umfangreichen Online-Kunst-Shop mit zahlreichen Postern, Karten und Bildern… wow!

Es ist schon spannend, im Nachhinein noch einmal ganz bewusst wahrzunehmen, was unterwegs alles geschehen ist, was aufgebaut wurde, was losgelassen wurde und was für ein großes Werk inmitten des Wandels still und kraftvoll herangewachsen ist. Ich bin dankbar für die letzten zehn Jahre. Auf jeden Fall. Und ich freue mich auf die nächsten! ♥

24. Juli 2014

Posted In: Rückblicke & Einblicke

5 Gedanken zum Artikel "Wie alles begann"

  • ulrikehirsch sagt:

    Hallo Jeannine,

    Danke für Deinen Kommentar. 🙂
    Ich schreibe Dir einfach mal ein paar Zeilen als Antwort auf Deine Fragen – allerdings schreibe ich nur aus meinen Erfahrungen heraus und nach meinem jetzigen Kenntnisstand, nicht als Fachmann. Ich empfehle Dir daher, trotzdem noch fleißig zu googlen, bei den entsprechende Stellen anzurufen und nachzufragen, und bei gezielten Finanzfragen ist es gut, sich von einem Steuerberater beraten zu lassen.

    1. Krankenkasse
    Generell gibt es in Deutschland eine Krankenversicherungspflicht.
    Du schreibst, dass du im Moment einen Minijob hast. Über diesen müsstest Du ja auch krankenversichert sein. Dann ist es nicht notwendig, eine weitere Versicherung abzuschließen. Solange Du also einen kleinen Job hast und über diesen versichert bist, aber zusätzlich mit deiner Kunst Geld verdienen möchtetst, gibst Du einfach deine künstlerische Tätigkeit auf dem für dich zuständigen Finanzamt als “selbständige Nebenbeschäftigung” an. Das reicht für den Anfang.

    2. Steuern
    Sobald Du Dich auf dem Finanzamt als selbstständiger Künstler (gleichgültig ob haupt- oder nebenberuflich) gemeldet hast, bist Du steuerpflichtig und musst eine jährliche Steuererklärung abgeben. Jedoch kannst Du (und das würde ich dir auf jeden Fall empfehlen) bei Deiner Anmeldung angeben, dass Du die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UstG in Anspruch nehmen willst, die besagt, dass Du nicht umsatzsteuerpflichtig bist, solange Dein Umsatz (Deine Einnahmen) im Kalenderjahr nicht 17.500 € überschreiten. Dass bedeutet für Dich, dass du keine Mwst. berechnen musst und auch keine Vorsteuern zahlen musst.
    http://dejure.org/gesetze/UStG/19.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kleinunternehmerregelung
    Einkommensteuern zahlst du erst ab einer bestimmten Höhe Deiner Einnahmen.

    3. Künstlersozialkasse
    Die KSK versichert Künstler und Publizisten zu einem günstigeren Beitrag. Alle Infos findet Du hier: http://www.kuenstlersozialkasse.de/
    Voraussetzung ist hier, dass Du Deine künstlerische Tätigkeit erwerbsmäßig ausführst (Meldung beim Finanzamt) und ein Mindesteinkommen von jährlich 3.900 € hast.
    Zusätzlich hast Du als Berufsanfänger eine 3-Jahresfrist, in der die KSK Dich auch versichert und zwar sehr günstig, wenn Du das Mindesteinkommen noch nicht erreichst.
    http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/kuenstler_und_publizisten/voraussetzungen/mindestgrenzedesarbeitseinkommens.php

    4. Gewerbe
    Als Künstler bist Du in der Regel freischaffend tätig. Ein Gewerbe hast Du erst, wenn Du deine Kunst auch vervielfältigst und verkaufst (zum Beispiel Kunstdrucke).
    Allerdings brauchst Du wahrscheinlich einen Reisegewerbeschein, wenn Du auf Kunsthandwerkermärkten verkaufen möchtest. Dieser ist allerdings auch erschwinglich.

    5. Selbstwert
    Ich habe festgestellt, dass auf meinem Weg die Arbeit an meinem Selbstwertgefühl unverzichtbar war und ist. Genauso wie die Schritte im außen, sind auch diese immer wieder “dran”.
    Hier kann ich Dir meine Lieblings-Coachin empfehlen: http://www.ulrikebischof.de 🙂 Sie hat mir unendlich viel geholfen!

    Ich denke, das hilft Dir schon etwas weiter. Ein guter Tipp ist noch: Internetpräsenz. Sobald Du anfängst, ist es gut, eine Website, einen Blog o.ä. zu haben, damit Du überall von Deinen Kunden gefunden werden kannst. 😉
    Und noch ein Rat von Herzen: Trau Dir was zu und wage etwas! All diese Dinge, die ich Dir hier geschrieben habe, habe ich durch Suchen und Nachfragen (oft mit Hilfe anderer!) in den letzten zehn Jahren herausgefunden. Ich bin selber nicht besonders praktisch veranlagt, was sicher bei den meisten Künstlern der Fall ist, aber ich habe mir Menschen gesucht, die mir durch den Papier-Dschungel helfen und komplizierte Sachen für mich leicht verständlich erklären.
    Und ich wünsche Dir ganz viel Erfolg, Freude und Mut auf Deinem Weg!
    Ulrike

  • ulrikehirsch sagt:

    DANKE, Anita, für Deine lieben Worte und Glückwünsche! Ich freu mich sehr zu hören, was der “Ozean der Liebe” Dir so alles schenkt. Ja, es ist ein echtes Heilbild… auch für mich. 🙂
    Alles LIEBE für Dich,
    Ulrike

  • Anita sagt:

    Liebe Ulrike,

    hochachtungsvolle Verneigung vor deinem Weg & Gratualtion zum 10jährigen!! Wow – 10! (bei mir sind es dies Jahr 5) und deine Kunst ist sooo schön und zu Herzen gehend.
    Derzeit ist mein Lieblingsbild “Ozean der Liebe”, dass genau gegenüber meinem Bett hängt, abends mich in den Schlaf und morgens in den Tag begleitet. Danke dir für die immerwährende Verbreitung von Liebe-Leben-Freude-Spiel-InnereKindWahrnehmung & schönen Farben in diese unsere Welt!
    Dir weiterhin stets so einen guten Fluß in dir von Allem was es braucht für deine Kunst! Es umarmt dich, Anita

  • Hallo… ich bin irgendwann auf Youtube auf dich gestoßen über das intuitive malen.. ich male seit ich 12 Jahre jung bin und möchte schon lange auch damit Geld verdienen.. ich find deinen Werdegang toll,ist schön zu lesen wenn es jemand schafft mit dem was er liebt auch sein Geld zuverdienen um sein Leben gestalten zu können. Ich versuche seit einiger Zeit an Infos zu kommmen,wie ich das anfangen könnte, denn ich habe im Moment “nur” einen Aushilfsjob und würde meine Werke gerne auch auf Flohmärkten,Kunsthandwerkermärkten verkaufen. Du wirst wissen dass das alles wohl an einige Vorschriften gebunden ist.. ich finde irgendwie niemanden der mich ernst nimmt damit,immer wird alles kleingeredet und belächelt, dabei möchte ich doch nur ein paar Antworten von jemandem ,der das alles schon gemacht hat… ich wollte ja auch im gaanz kleinen starten, auf Flohmärkten etc,aber eben offiziell, also brauch ich ein Gewerbe.. aber was ich alles nicht weiss ist, ob ich mich auch gleich selbst versichern lassen muss(Krankenkasse), ob ich STeuern zahlen muss, ob es was kostet wenn man auch zur Handelskammer oder Handwerkskammer mus..oder ob für mich sowas wie diese Künstlersozialkasse gilt( hab ich irgendwo gelesen)…ob man wegender Flohmarktsache einen Reisegewerbeschein braucht… es ist wirklich schwer wen zu finden der mir von seinen ersten Schritten erzählen mag, vieleicht kannst du mir weiterhelfen? Auf jeden Fall ist es schön zu lesen,das andre auch klein angefangen haben… ich habe mal vor Jahren ein Engel-Aquarell verkauft das ein Hochzeitsgeschenk sein sollte… Und genau wie du musste ich erstmal überlegen, was ich denn dafür nehmen sollte und es waren auch 50 Euro,was für mich sehr viel war,da ich allein lebte, zur Zeit arbeitslos war und mir dadurch neue Farben kaufen konnte etc. 🙂 Ich wünsch dir alles Gute und weiterhin viel Erfolg mit allem was dir noch so an Ideen kommt 🙂 Liebe Grüsse aus Schleswig-Holstein

  • Es ist so großartig und ich freue mich so sehr mit dir!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

0

Your Cart